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aim2Balance

Wie werden die Kosten pro Quadratmeter berechnet?

Die durchschnittlichen Kosten für die Wiederherstellung eines Quadratmeters eines Ökosystems durch den Bergwaldprojekt e.V. werden in einem mehrstufigen, automatisierten Verfahren aus den seit 2023 dokumentierten Arbeitsdaten berechnet. Hierzu muss zunächst ein „Stundensatz“ aus den Kosten einer Projektwoche und den im Schnitt geleisteten Arbeitsstunden kalkuliert werden. Weiterhin wird für alle relevanten Arbeitskategorien berechnet, wie groß die durchschnittliche Flächenwirkung je aufgewendeten Arbeitsstunde ist. Hieraus wiederum wird ein nach insgesamt bearbeiteter Fläche und aufgewendeten Stunden gewichteter Mittelwert in Euro pro Quadratmeter berechnet.

Projektwochen

Zur Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsstunden und Teilnehmendenzahlen werden alle Projektwochen der letzten 3 Jahre einbezogen, einschliesslich der Waldschulwochen. Nicht enthalten sind hier z.B. „Neihaufeschte“ und Firmeneinsätze, da diese die Werte für Freiwilligenwochen verfälschen würden. Bei der Berechnung der Teilnehmendenzahlen werden Honorarkräfte und Praktikant*innen nicht mit einbezogen, sodass ausschließlich ehrenamtlich Mitarbeitende erfasst werden.

Die kalkulatorischen Kosten für eine Projektwoche ergeben sich aus der Summe aller über das Jahr anfallenden Kosten geteilt durch die Anzahl der in diesem Jahr durchgeführten Projektwochen. Enthalten sind hier neben den direkten Kosten, wie z.B. denen für Lebensmittel und Unterkunft, auch alle Kosten für Logistik, Werkzeuge, Verwaltung, Werbung usw. Aktuell1 belaufen sich diese auf 21.000 € pro Woche.

Arbeitsdaten

Seit 2020 dokumentiert der Bergwaldprojekt e.V. alle durchgeführten Arbeiten als GIS2-Daten. Je nach Tätigkeit erfolgt die Aufnahme vor Ort als Fläche, Strecke oder Punkt. Der Großteil der Arbeiten wird dabei als Fläche dokumentiert und kann unmittelbar ausgewertet werden. Für alle übrigen relevanten Tätigkeiten wurden Berechnungsverfahren festgelegt, die die zu erwartende Flächenwirkung näherungsweise abbilden. Aktuell1 werden die Datensätze von über 3000 Arbeitsstellen bei diesen Kalkulationen berücksichtigt.

Arbeiten, für die sich keine unmittelbare Flächenwirkung berechnen lässt, fliessen dennoch in die Kalkulation der durchschnittlichen Arbeitsstunden mit ein, da sie ein notwendiger Teil der Arbeiten sind. Unter diese Kategorie fällt z.B. der Bau von Arbeitssteigen oder das Sammeln von Saatgut.

Wie wird die Flächenwirkung der Arbeiten berechnet?

Die folgenden Arbeiten werden vor Ort als Flächen dokumentiert und können hinsichtlich ihrer Flächenwirkung auch so ausgewertet werden:

  • Biotoppflege (außer Fließgewässer)
  • Bestandespflege
  • Baumsaat
  • Neophyten-Bekämpfung
  • Einzelschutz
  • Entsorgung (Beseitigung illegaler Müllablagerungen)
  • Borkenkäferbekämpfung (z.B. flächiges Aufarbeiten von Kronenbrüchen als Präventionsmaßnahme)

Für alle weiteren Arbeitskategorien wurden jeweils angepasste Berechnungsverfahren festgelegt.

Pflanzungen

Aus der Auswertung aller seit 2020 durchgeführten Pflanzungen mit mehr als 300 Bäumen ergibt sich ein Durchschnittswert von 0,25 Bäumen pro m². Dieser Wert wird bei den Berechnungen für Pflanzungen angenommen, für die keine verwertbaren Flächengeometrien vorliegen. Bei den übrigen Pflanzungen wird die Geometrie der tatsächlich dokumentierten Pflanzfläche ausgewertet. Der Schwellenwert von 300 Bäumen dient dazu, Verfälschungen durch Clusterpflanzungen (Pflanzung von Baumgruppen auf einer größeren Fläche) und Datenfehler zu eliminieren.

Zusätzlich werden für die Berechnung der Quadratmeterkosten von Pflanzungen durchschnittliche Kosten für das Pflanzgut von aktuell1 2,52 € pro Baum berücksichtigt.

Moorwiedervernässung und Wasserrückhalt

Um die von einer Grabenverbauung beeinflusste Fläche abschätzen zu können, wurden bisher 70 bearbeitete Wiedervernässungsbereiche ausgewertet. Hierzu wurde im GIS jeweils eine konkave Hüllfläche über zusammengehörige Grabenverbauungen gelegt und um einen Radius von 15 m erweitert. Diese Fläche wurde dann jeweils durch die Anzahl der gebauten Staue geteilt. Dies ergibt die durchschnittliche Flächenwirkung je Bauwerk bezogen auf die jeweilige Moorfläche. Für die weiteren Berechnungen wird der nach Häufigkeit gewichtete Mittelwert hieraus verwendet, bezogen auf die untersuchte Gesamtfläche. Für Grabenverbauungen zum Wasserrückhalt im Wald werden die gleichen Werte angenommen.

Flächenschutz

Arbeitskategorie S2

Der Bau von Zäunen und Hordengattern ermöglicht die Verjüngung von Waldgebieten, während der Zaunabbau die Durchgängigkeit der betroffenen Ökosysteme wiederherstellt. Daher werden sowohl Zaunbau und Instandsetzung, als auch der Abbau in die Berechnung einbezogen. Da jedoch häufig nur Zaunteile auf- oder abgebaut werden, muss eine Flächenwirkung für die jeweilige Zaunlänge angenommen werden. Diese wird berechnet als Quadrat mit der Seitenlänge von 1/4 der Zaunlänge, was einen quadratisch aufgestellten Zaun abbildet.

(Zaunlänge[m]/4)^2

Biotoppflege

Fließgewässer

Arbeitskategorie B4.0

In der Regel werden hier meist eher kleine Bäche beidseitig auf einer Breite von ca. 2-3 m freigestellt und / oder in ihrem Verlauf geräumt. Daher wird für die Berechnung der Flächenwirkung die angenommene Breite von 5 m mit der bearbeiteten Bachlänge multipliziert.

5m*Streckenlänge[m]

Wald(innen)randgestaltung

Arbeitskategorie B7.6

Bei der Waldrand- bzw. Waldinnenrandgestaltung wird eine Wirkungstiefe von 5 m in den Bestand hinein angenommen. Diese wird mit der Länge der bearbeiteten Strecke multipliziert.

5m*Streckenlänge[m]

Arbeiten zur Unterstützung der Regiejagd

Jagdliche Einrichtungen

Arbeitskategorie J1.1 und J1.1.1

Hier werden Bau und Instandsetzung von Hochsitzen einbezogen, sofern diese der Regiejagd dienen und somit eine unterstützende Wirkung im Waldumbau haben. Um die Flächenwirkung eines Hochsitzes abzuschätzen, wird ein durchschnittliches Schussfeld von 50 m Länge und einem Öffnungswinkel von 45° angenommen.

pi*(80m)^2/4

Freistellungsarbeiten

Arbeitskategorie J2.1

Schussschneisen werden als Strecken dokumentiert. Um die beeinflusste Fläche abschätzen zu können, wird eine durchschnittliche Breite von 10 m angenommen und mit der Länge der freigestellten Schneise multipliziert.

10m*Schneisenlänge[m]

Weitere Arbeiten

Geländerbau

Arbeitskategorie Z4.1

Geländer dienen nicht nur zur Verkehrssicherung, sondern ebenso zur Besucherlenkung. Dies hilft, den Druck auf die betroffenene Ökosysteme zu verringern. Daher wird die Flächenwirkung solcher Geländer berechnet als Halbkreis mit der Geländerlänge als Durchmesser.

pi*(Geländerlänge[m]/2)^2/2

Baumfällungen zur Borkenkäferbekämpfung

Arbeitskategorie S3.1

Wenn Bäume zur Borkenkäferbekämpfung geschält und ggf. vorher gefällt werden, so wird ein durchschnittlicher Wirkungsradius von 20 m pro bearbeitetem Baum angenommen.

2*pi*(20m)^2


  1. Stand Oktober 2025 ↩︎

  2. Geographisches Informationssystem ↩︎